Direkt zum Hauptbereich

Reichtum verpflichtet von Hannelore Cayre Rezension

Rezension

von Sabine Ibing



Reichtum verpflichtet 


von Hannelore Cayre


Der Anfang:

 

Meinst du, das ist das passende Outfit für eine Beerdigung?›

‹Mensch, das ist mein schönster Trainingsanzug … aus Samt! Und hast du dich selber mal gesehen? Schaust aus wie … Aber uns scheißegal, oder?›

Hildegarde hatte recht, es war uns scheißegal. Wir kamen rüber wie zwei Junkiebräute, stimmt, aber ganz unabhängig von unserer Klamottenwahl würden uns eh alle schräg angucken.


Das Buch beginnt mit einer Beerdigung und der Leser erfährt, dass Blanche de Rigny ein großes Vermögen geerbt hat. Sie will Gutes tun, das Kapital dafür einsetzen, die Ausbeutung durch Konzerne in der Welt  zu bekämpfen, Vernichtung von Ressourcen, Umweltverschmutzung und Sklavenarbeit anprangern und sie möchte Meinungsmanipulatoren in den sozialen Medien verhindern. Hannelore Cayre erzählt die Story auf zwei Erzählsträngen. Die zweite Ebene ist die Geschichte von Blanches Vorfahren Auguste de Rigny. Ein verwöhnter, reicher Student, der familiär aus der Art schlägt, 1870 den Gedanken von Karl Marx und der der Pariser Kommune folgt. Im 19. Jahrhundert entstanden riesige Familienvermögen durch Ausbeutung, Imperien, die noch bestehen, heute global weiter an Ausbeutung beteiligt sind und wesentlich mehr Macht haben, als gut für den Planeten ist. Die Autorin verbindet die Zusammenhänge.


Ahnenforschung und ein Plan

Drei Hauptfiguren in dieser Geschichte: Der Cousin selbstverständlich mit seinem eerbten Geschäftssinn. Ein dubioser russischer Schiffskapitän, ein Kohlentrimmer des Globalisierungsalters, der es gewohnt ist, seine Weisungen per Satelitentelefon zu erhalten, ohne seinen Arbeitgeber je kennenzulernen. Und natürlich Afrika. Afrika, das reimt sich auf Knete, Korruption, zur Rechenschaft gezogene Unterlinge, Straflosigkeit, Staatsstreich ... fette Tortenstücke.


Blanche de Rigby ist auf einer bretonischen Insel geboren, durch einen Autounfall im Teenageralter gehandicapt, lebt mit ihrer Tochter nun in Paris. Schwer gehbehindert muss sie den Job nehmen, der sich bietet, trotz abgeschlossenen Studiums. So landete sie in der Gerichtsreprografie, wo sie stumpf täglich Gerichtsakten einscannt, auf CDs brennt, um sie an Anwälte, Richter usw. weiterzuverteilen. Intelligent und neugierig beginnt sie interessante Fälle als Lektüre mit nach Hause zu nehmen. Dabei kommt ihr eine Geschäftsidee in den Sinn, denn ihr mageres Gehalt reicht vorn und hinten nicht, obwohl sie in einer «Microwohnung» wohnt. Sie eliminiert brisante Informationen aus den Dokumenten, stellt Listen zusammen und verhökert sie im Drogenmilieu. Und sie geht noch viel weiter – für sie im guten Sinn, um die Welt zu retten. Plötzlich taucht ihr Nachname in einer Untersuchung auf. Sie hatte sich schon immer gefragt, wie der in die Bretagne passe. Sie begibt sich auf Ahnenforschung. Ihr Urgroßvater Renan, 1871 geboren, wurde von Auguste de Rigby als Kind anerkannt; ungewöhnlich, dass ein Spross einer wohlhabenden Familie anerkannte, ein Dienstmädchen geschwängert zu haben. Nun entwickelt sich bei Blanche ein Plan: mit dem Familienvermögen könnte man eine Menge Gutes auf der Welt erreichen. Im Prinzip steht sie in der Erbfolge der Familie – dumm nur, dass ein paar Leute den Vorrang haben ...


Die Suche nach dem militärischen Stellvertreter 

Bis dahin still, hieb Auguste plötzlich mit der Faust auf den Tisch, dass die ganze Gesellschaft zusammenzuckte. ‹Es reicht, das ist widerlich! Perret junior soll nicht an meiner Stelle einrücken! Niemals werde ich das akzeptieren! Seine arme Familie soll nicht den Blutzoll zahlen, während wir die Mittel haben, uns für den Jahrespreis einer Opernloge loszukaufen.

 

Im zweiten Strang wird die Geschichte von Auguste de Rigby aufgeblättert. Ein junger Kerl mit Idealen. Zum Ärger seiner Familie hängt er in Paris in sozialistischen Gruppierungen herum, der Pariser Kommune, preist die Gedanken von Karl Marx, will er die Welt verbessern. Ein Krieg mit Preußen ist nicht zu vermeiden, und so werden alle jungen Männer zur Musterung gerufen. Am 19. Juli 1870 erklärt Frankreich Preußen den Krieg. Auguste, 1,77 cm groß, gesund und völlig ohne Makel soll eingezogen werden. Der Vater schlägt vor, einen «militärischen Stellvertreter» zu kaufen, damit dieser anstelle des Sohnes den Wehrdienst leistet. Damals eine gängige Praxis, mit der sich die Wohlhabenden sich aus staatsbürgerlichen Pflichten herauskauften. Auguste ist zunächst empört, nimmt sich den «Leitfaden für Gesundheitsoffiziere zur Beurteilung von Gebrechen und Krankheiten, die zur Dienstuntauglichkeit führen» vor. Die Liste ist lang, aber nichts trifft auf ihn zu – er könne lediglich noch den Idioten markieren; doch er traut er sich nicht zu, den Wahnsinnigen zu spielen. Wie wäre es mit «äußerste Hässlichkeit aufgrund einer abartigen Gestalt»? Zu dumm, dass die Damenwelt ihn als besonders hübsch definiert. Geifer und Inkontinenz – das würde man ihn nicht abnehmen. Was man hört vom Leben in der Armee, klingt nicht gut: das Essen, die Unterkunft ... und die Regierung bezeichnet Soldaten als «organische Reserve». Wenn es darum geht, den eigenen A... zu retten, verlässt man seine Ideale. Die Familie de Rigby setzt alle Hebel in Bewegung. Doch die Ersatzmänner sind so gut wie ausverkauft. Die Preise katapultieren in die Höhe. Auguste gerät in weitere Gefahren, die sein politisches Engagement mit sich bringt – auch hier rettet ihn die Beziehung seiner Familie und Bestechungsgeld ...


Tiefgründig, gesellschaftskritisch und provokant

Organische Reserve, was für ein abscheulicher medizinischer Ausdruck!, dachte Auguste. Achtet das Vaterland seine Söhne denn so gering, dass es sie als reine Organreserve ansah, die man endlos plündern konnte? Und dennoch konnten diese Männer, die er hatte durch die Straßen ziehen sehen, es gar nicht erwarten, gegen die Preußen zu kämpfen. Auf nach Berlin! Auf nach Berlin!, schrien sie alle, diese Unschuldigen, diese Leichtgläubigen; bis zur Weißglut erhitztes Kanonenfutter ...


Hannelore Cayre kritisiert das kapitalistische System, das alles ohne erhobenen Zeigefinger – sie lässt die fein konzipierten Figuren handeln. Die Ausbeutung und Korruption des 19. Jahrhunderts ist ähnlich dem im 21. Jahrhundert, nur dass die Mächtigen ihre Felder global verlagert haben. Macht ist an Kapital gebunden, auch in der Demokratie; es hat sich nicht viel verändert. Reichtum verpflichtet nur zu weiterem Reichtum, so der Code des Kapitals. Dieser Noir-Kriminalroman ist tiefgründig, gesellschaftskritisch, provokant, und mit schwarzem Humor durchzogen. Ein Vergleich unserer Vergangenheit mit der heutigen Zeit. Historisch hat die Autorin fundiert recherchiert und bringt authentisch die Zeit aufs Papier: Als unmittelbarer Auslöser des Deutsch-Französischen Krieges entwickelte sich die Frage um die spanische Thronfolge. Innerhalb weniger Wochen besiegten die Verbündeten der Preußen große Teile der französischen Armeen. Kaiser Napoléon III. wurde gefangen genommen. 26. März 1871 wählten die Pariser nach großer Hungersnot einen Stadtrat, der in den nächsten Monaten die Macht übernahm und der Versailler Regierung die Anerkennung verweigerte. Die sogenannte Pariser Kommune verabschiedete eine Reihe von Beschlüssen, darunter die Abschaffung von Mietschulden. Diese Regierung wurde schnell und blutig zerschlagen. Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt. Im Anhang dieses Romans gibt es eine kleine Zeittafel zu den historischen Kapiteln sowie Erläuterungen zu vielen Namen und Begriffen. Empfehlung!


Hannelore Cayre ist Strafverteidigerin in Paris, Verfasserin von bisher sechs Romanen, Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Früher war sie Finanzchefin einer Filmproduktionsfirma. Irgendwann langweilten sie die Finanzen, die Juristerei hingegen faszinierte sie zunehmend. Cayre spezialisierte sich auf Strafrecht und wurde Pflichtverteidigerin. Ein schwerer Unfall, nach dem sie beinahe querschnittgelähmt war, konnte ihre Energie, ihr Engagement für ihre Klientel und ihren genauen Blick für die tragikomischen Seiten ihres Berufs nicht schmälern. Für ihren vorigen Roman Die Alte (verfilmt mit Isabelle Huppert) erhielt sie den Prix du polar européen und den Grand Prix de littérature policière.


Hannelore Cayre 
Reichtum verpflichtet
Originaltitel: Richesse oblige
Aus dem Französischen übersetzt von Iris Konopik
Kriminalliteratur, Historischer Kriminalroman, Noir-Krimi, Französische Literatur
Hardcover, 256 Seiten
Argument Verlag, 2021




Krimis und Thriller

Ich liebe Krimis und Thriller. Natürlich. Spannend, realistisch, gesellschaftskritisch oder literarisch, einfach gut … so stelle ich mir einen Krimi vor. Was ihr nicht oder nur geringfügig bei mir findet: einfach gestrickte Krimis und blutrünstige Augenpuler.
Krinis und Thriller

Historische Romane und Sachbücher

Im Prinzip bin ich an aller historischer Literatur interessiert. Manche Leute behaupten ja, historisch seien Bücher erst ab Mittelalter.  Historisch - das Wort besagt es ja: alles ab gestern - aber nur was von historischem Wert ist. Was findet ihr bei mir nicht? Schmonzetten in mittelalterlichen Gewändern. Das mag ganz nett sein, hat für mich jedoch keine historische Relevanz.  Hier gibt es Romane und Sachbücher mit echtem historischen Hintergrund.
Historische Romane

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rezension - Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

  Offene Antworten auf deine Fragen zu Liebe, Lust und Pubertät Ein Aufklärungsbuch, das locker Fragen beantwortet und kurze Erfahrungsberichte von jungen Menschen einstreut, das alles mit knalligen Illustrationen unterlegt. Du bist, wie du bist, und du bist, wie du bist okay. Das Jugendbuch erklärt, stellt Fragen. Die Lust im Kopf, genießen mit allen Sinnen; was verändert sich am Körper in der Pubertät?, die Vagina, die Monatsblutung, der Penis, Solosex, LGBTQIA, verliebt sein, wo beginnt Sex?, Einvernehmlichkeit, wie geht Sex?, Verhütung, Krankheiten, Sextoys – das Buch spart nichts aus. Informieren, anstatt tabuisieren! Locker und sensibel werden alle Themenfelder sachlich vorgestellt. Prima Antwort auf offene Fragen; ab 11 Jahren. Empfehlung! Weiter zur Rezension:   Sex in echt von Nadine Beck, Rosa Schilling und Sandra Bayer

Rezension - Die Känguru-Rebellion von Marc-Uwe Kling

  Gesprochen von Marc-Uwe Kling Ungekürztes Hörbuch, Spieldauer, 6 Std. und 27 Min. Die Känguru-Werke, Band 5  Neues vom Känguru! Der Kinderbuchautor (Kleinkünstler Richtung Comedy im Zweitberuf ;-) ), Marc-Uwe Kling und das Känguru rebellieren: bissig, politisch und brandaktuell. Scharfzüngiger Humor, pointierte Gesellschaftskritik und jede Menge Lacher mit dem Aufruf zur Rebellion. Scharf auf die aktuelle Politik geschaut und analysiert – Comedy mit Niveau und mit Haltung. Empfehlung! Weiter zum Verlag:    Die Känguru-Rebellion von Marc-Uwe Kling 

Rezension - Der Fluch des Hasen von Bora Chung

  Bora Chungs «Der Fluch des Hasen» entzieht sich jeder literarischen Schublade und verwischt die Grenzen zwischen den Genres, ob magischer Realismus, literarischer Horror, Phantastik oder Speculative Fiction. Diese Kurzgeschichten sind klasse! Skurrile, unheimliche, intelligente Geschichten, die uns mit Gänsehaut überziehen. Die Titelgeschichte fand ich genial! Ein einfacher geliebter Haushaltsgegenstand ist mit einem Fluch belegt und bringt nun Unglück in eine Familie. Oder eine heftige Mensch-Android-Liebesgeschichte.  Oder «Narben», ein düsteres, gemeines Märchen. Klasse! Weiter zur Rezension:    Der Fluch des Hasen von Bora Chung 

Rezension - Splendido. Aperitivo von Mercedes Lauenstein und Juri Gottschall

  Die Kunst des guten Essens vor dem Essen Der Aperitivo gehört in Italien schon lange zur Alltagskultur, wie in der Schweiz der Apero, und auch hierzulande wächst der Trend, den frühen Abend mit Sarti Spritz und Negron zu feiern. Und welche regionalen Unterschiede gibt es zwischen Turin , Mailand , Venedig , Rom und Palermo ? Mercedes Lauenstein und Juri Gottschall stellen die Aperitivi und Bitter vor, auch die  alkoholfreien Alternativen. Dann folgen die Rezepte zu den kleinen Köstlichkeiten, die zum Feierabendritual gehört. Wer Anregungen zum Mixen von Aperos sucht, Rezepte zu kleinen Appetithappen als Beilage, wird hier auf jeden Fall fündig! Weiter zur Rezension:    Splendido. Aperitivo von Mercedes Lauenstein und Juri Gottschall 

Rezension - Commissaria Iva Markulin und die Schatten über der Adria von Ines Cali

  Iva Markulin, Staatsanwältin in Zagreb , lässt sich in diesem Politkrimi nach Pula versetzen, als ihr Mann bei einem Attentat ums Leben kommt. Wem galt die Autobombe, die an ihrem Auto befestigt wurde? Ihm oder ihr? Mit ihrem kleinen Sohn Matteo zieht sie zu ihrem Großvater, der auf dem Familiengut Terra Rossa in Istrien Olivenöl produziert. Hier ruft sie eine Sonderkommission ins Leben, als deren Leiterin sie die Mörder ihres Mannes ausfindig machen will. Sie hat den Ruf der «Mafiajägerin», lernt schnell das Who is Who an Istriens Küsten kennen, denen es nicht passt, dass ihnen jemand auf die Finger schaut.  Spannender Wirtschaftskrimi , Empfehlung! Weiter zur Rezension:    Commissaria Iva Markulin und die Schatten über der Adriavon Ines Cali

Rezension - Unter Null Grad – Countdown im Eis von Ele Fountain

  Der Kinder- und Jugendroman entblättert sich als packendes Survivalabenteuer vor dem Hintergrund des Klimawandels in der Arktis. In einem Rutsch durchgelesen – ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen: Zunächst lernen wir abwechselnd Bee und Yutu kennen, deren Wege sich später kreuzen werden – ein Kampf ums Überleben beginnt, und der gegen die Männer, die Bee auf der Spur sind, sie gefangen nehmen wollen. Abenteuer in der Arktis und Freundschaft bis zum Limit. Hervorragender Kinder- und Jugendroman ab 10/11 Jahren und weit darüber hinaus. Weiter zur Rezension:   Unter Null Grad – Countdown im Eis von Ele Fountain

Rezension - Verwandlung von Lara Swiontek

  Nach der Novelle von Mary Shelley Was fällt einem zu Mary Shelley ein? Wahrscheinlich «Frankenstein» oder vielleicht noch «Der moderne Prometheus». Die Verwandlung – Kafka, na klar. Aber auch Mary Shelley hat sich mit diesem Thema befasst: Verwandlung. Lara Swionteks hat diese Geschichte als Graphic Novel umgesetzt, eine Literaturadaption. Sie ist schnell erzählt: Reicher, gewissenloser Sohn verschleudert sein Erbe, stößt alle Menschen an den Kopf, die noch zu ihm halten und landet bildlich in der Gosse – hier ist es das Meer. Ein Schiff zerschellt vor seinen Augen – nur ein Zwerg mit einem Schatz überlebt und macht ihm ein Angebot ... Weiter zur Rezension:    Verwandlung von Lara Swiontek

Rezension - Die Reise der Wale: Mein Leben mit den geheimnisvollen Meeresgiganten von Leigh Calvez

  Leigh Calvez erforscht als Wissenschaftlerin seit vielen Jahren das Leben der Wale. Hier erzählt sie sehr persönlich von ihren Begegnungen mit den Giganten der Tiefsee, darunter familiäre Orcas, weit wandernde Buckelwale oder uralte, tief tauchende Blauwale, die größten Tiere des Planeten.  Nebenbei erfährt man in diesem Buch viel über das Leben und Verhalten von sechs Walarten: Orcas, Buckelwale, Pottwale, Blauwale, Grauwale und Blainville-Schnabelwal, bzw. den Kleinen Schwertwal. Weiter zur Rezension:    Die Reise der Wale: Mein Leben mit den geheimnisvollen Meeresgiganten von Leigh Calvez 

Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada

Am 08.11.2019 war ich zu einer Mischung aus Lesung und Definition des Begriffs Kriminalliteratur in St. Gallen in der Wyborada zu Gast, im Literaturhaus & Bibliothek in St. Gallen in der Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada. Else Laudan sprach zum Thema Kriminalliteratur, erzählte ihren Weg mit ihrem freien Verlag Ariadne, ein Verlag, der ausschließlich literarische Kriminalliteratur von Frauen veröffentlicht. Weiter zum Artikel:    Was ist eigentlich Kriminalliteratur? - Ein Abend mit Else Laudan in der Wyborada 

Rezension - Ein verlassenes Haus von Lisa Wölfl

  Die Politiker reden im Fernsehen über die faulen Armen, während Sonjas Ehemann als Leiharbeiter am Bau seinen Rücken verschleißt. Sie verkauft im Bio-Laden teure Tees. Und trotzdem reicht es mit zwei Kindern am Ende des Monats vorn und hinten nicht. Als sie dann ihre Arbeit verliert, weil sie unbezahlten Urlaub nimmt, um im Krankenhaus bei ihrem Sohn zu sein, bricht alles zusammen. Bald hat sie eine neue Arbeit: Mit dem Profil einer schönen, jungen Studentin soll sie nichtsahnende Männern auf einer Datingplattform lange in der Leitung halten. Weiter zur Rezension:    Ein verlassenes Haus von Lisa Wölfl