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Hexen hexen von Pénélope Bagieu nach Roald Dahl - Rezension

Rezension

von Sabine Ibing


Hexen hexen 


von Pénélope Bagieu nach Roald Dahl


Die Geschichte von Roald Dahl ist ein Kinderbuchklassiker, auch berühmt als Verfilmung von 2010. Ein kleiner Junge lebt nach dem Tod seiner Eltern bei seiner Oma. Sie ist der Star in diesem Comic: klein, zierlich, mit großen, dicken Brillengläsern, kettenrauchend, zart lila Haare, mit beigen Stützstrümpfen; sie trinkt gern einen und sie besitzt eine rebellische Grundnatur. Eine herrliche Interpretation von Pénélope Bagieu! Die Oma erklärt dem Jungen, dass es Hexen gibt, nicht so wie im Märchen, sie sehen wie ganz normale Frauen aus. Wer genau hinschaut, der kann sie erkennen: Denn sie sind glatzig, tragen Perücken, ihnen fehlen die Zehen und ihre schaurigen Klauen verstecken sie in Handschuhen, sie haben große Nasenlöcher und blaue Spucke. Hexen hassen Kinder, denn ihr Geruch stinkt für sie so ekelhaft wie Hundekot. Drum lauern sie Kindern auf, um sie zu beseitigen, zu verhexen, z. B. in ein Huhn. Je sauberer und gewaschener ein Kind ist, desto ekelhafter der Geruch für die Hexe.






Oma und Enkel wollen sich einen kleinen Urlaub am Meer gönnen. Der Junge meint im Hotel eine Hexe entdeckt zu haben. Und er schleicht sich in einen Raum ein, der für die «Königlichen Gesellschaft zur Verhinderung von Kindesmisshandlungen» reserviert ist, versteckt sich dort. Schrecklich, alle anwesenden Frauen dort sind Hexen! Der Junge lauscht dem wahnwitzigen Plan, wie die Hexen alle Kinder auf der Welt vernichten wollen …



Spannend, schaurig gruselig, kindgerecht ist diese bekannte Geschichte in eine Graphic Novel umgesetzt. Im Prinzip trifft die Adaption das Original, die Oma ist moderner, kerniger, und der Junge bekommt ein Mädchen beiseitegestellt. Mir gefällt die Detailkraft des Comics und die Farbkraft. Der schwarze Humor der Geschichte ist treffend transformiert. Die Zeichnungen sind meist pastellfarben, im typischen Comicstil gesetzt. Es gibt keine Altersangabe, meine Einschätzung liegt bei ab 10-12 Jahren, denn der Gruselfaktor ist gut getroffen – selbst ich, eher abgebrüht, konnte noch Schauergefühle entwickeln. Die Zeichnungen treffen die Emotion. Ein Allage- Comic für alle Freunde dieser Geschichte. 



Pénélope Bagieu, geboren 1982 in Frankreich, wurde berühmt durch ihren Comicblog «Ma vie est tout à fait fascinante». Ihr erster Comic «Eine erlesene Leiche» (Carlsen Comics) wurde 2010 vom Internationalen Comicfestival Angoulême in die Auswahl für den «besten Newcomer» aufgenommen. Ihre Serie «Josephine» ist bereits in zahlreichen Sprachen erschienen und wurde 2012 verfilmt.


Roald Dahl, geboren 1916 in Wales, ist Sohn norwegischer Eltern und wurde nach dem Polarforscher Roald Amundsen benannt. Dem Großmeister des schwarzen Humors verdanken wir makabre Kurzgeschichten wie “Die Wirtin” oder “Gelée Royale” und Kinderbücher wie “Matilda” und “Charlie und die Schokoladenfabrik”. Der weltbekannte Autor verstarb 1990 in Oxford.


Pénélope Bagieu, Roald Dahl 
Hexen hexen
Comic, Kindercomic, Graphic Novel
Aus dem Französischen übersetzt von Silv Bannenberg
Handlettering von Olav Korth
320 Seiten, farbig, 17 × 23,3 cm, Hardcover
Reprodukt Verlag, 2020



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Kinder- und Jugendliteratur hat mich immer interessiert. Selbst seit der Kindheit eine Leseratte, hat mich auch die Literatur für Kinder nie verlassen. Interesse privat, später als Pädagogin, als Leserin, als Mutter oder Oma. Kinder- und Jugendbücher kann man immer lesen! Hier geht es zu den Rezensionen.
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