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Edison von Torben Kuhlmann - Rezension

Rezension


von Sabine Ibing




Edison 

Das Rätsel des verschollenen Mäuseschatzes 

von Torben Kuhlmann


Für Mäuse war laut dem Professor nichts unmöglich. Begeistert lauschte Pete seinen Erzählungen. Der Professor berichtete davon, wie einst eine Maus das Fliegen gelernt und mit einem wackeligen Flugzeug den Atlantik überquert hatte. Viele Jahrzehnte später war es auch eine Maus, die als erster Erdbewohner den Mond betrat. 'Du siehst, man sollte uns Mäuse nicht unterschätzen', beendete er seinen Vortrag. 'Eine Maus kann auch den Meeresgrund erreichen!

Der Kinderbuchautor Torben Kuhlmann hat mit seinen ersten beiden Mäusebüchern »Lindbergh« und »Armstrong« bereits weltweit Kinder und Eltern begeistern können und nun folgt Edison. Na, wer hat die Glühbirne erfunden? Die Mäuse! Auch wenn die Menschen andere Dinge erzählen – das ist alles nur geklaut.


Ein Mäuseschatz im Meer versunken

In der Mäuseuniversität (Wehe einer behauptet, die gäbe es nicht!), die sich hinter den Regalen eine Buchhandlung befindet, stehen auch Errungenschaften der Menschen auf dem Lehrplan, wie z. B. die Funktion einer Dampfmaschine. Und eines Tages bittet der Student Pete den Professor um Rat. Pete hat herausgefunden, dass ein Vorfahr sich mit einem Schatz auf nach Amerika machte, man aber nie mehr etwas von ihm hörte. Der Professor will behilflich sein, und so lernt Pete, zu recherchieren. Welches Schiff mag der Mäuserich bestiegen haben? Das Datum steht fest. Der Professor und Pete wühlen sich durch Archive, werden fündig und ach – das Schiff ist versunken. So berechnen sie, wo das Unglück passiert sein mag und überlegen, wie man den Schatz bergen kann: Thema Tauchglocke, luftleerer Raum und Auftrieb. Nr wie setzt man das in die Praxis um? Der Professor weiß Rat und die erste technisch ausgereifte Tauchglocke wird konstruiert. Das Experiment zur Tauglichkeit im Hafen geht in die Hose. Auf geht es ins Museum, den Fisch zu studieren, denn der kann sich ja bekanntlich unter Wasser bewegen.


Ein Schatten legte sich über das Unterseeboot, dann dröhnte ein tiefer Ton.
›Was ist das?‹, brüllte Pete und hielt sich die Ohren zu. Die losen Metallteile im Inneren schepperten.
›Das ist das Singen eines Wals!‹, schrie der Professor. Pete musterte das riesige Tier mit offenem Mund.
›Der ist bestimmt hunderte Male größer als eine Maus …

Auf ins Abenteuer!

Mit neuen Erkenntnissen konstruieren die Mäuse nun ein Unterseeboot, schmuggeln sich damit auf ein menschliches Schiff, und erleben ein großes Abenteuer. Unterwegs lauern Gefahren und Überraschungen. Bei ihrer Tauchfahrt finden sie das versunkene Schiff und bergen den Schatz. Der Urahn hatte ein Tagebuch über seine Forschung am künstlichen Licht hinterlassen. Aber Heureka! Die letzten zwei Seiten sind herausgerissen! Am Ende gibt es noch eine Überraschung. Eins kann ich jetzt schon verraten: Die Glühbirne haben die Mäuse erfunden. Wer dieses wunderschöne Kinderbuch gelesen hat, ist überzeugt: Es kann gar nicht anders gewesen sein! Und wer am Ende ganz genau nachdenkt, versteht auch den Zusammenhang zwischen Tauchglocke / U-Boot und Glühbirne. Die Kombination von Sprache und Bild ist gut gelöst, interessierte Kinder werden Erwachsen ein Loch in den Bauch fragen. Und dann kann man sicher gemeinsam im Internet oder in anderen Büchern genaue Details erfahren.



LED’s, was sonst. Was soll denn eine Glühbirne sein?, fragen heute die Keinen. Vielleicht hat irgendeine Oma noch eine solche in der Stehlampe eingeschraubt und man kann sich den Glühfaden in einer Glühbirne ansehen. Ein Abenteuerroman für Kinder - nicht nur für die. Aber das ist es ja nicht allein. So ganz nebenbei, ins Abenteuer verstrickt, lernt man noch eine Menge anderer Dinge (recherchieren, Physikalisches, Technisches, Zusammenhänge finden) bei der Lektüre dieses Buchs.
Am Ende findet man sozusagen ein Glossar: Kurze Aufzählung über die Erfinder des elektrischen Lichts und eine weitere Seite ist Thomas Alva Edison gewidmet.

Zeichnungen, die berühren

Am meisten beeindrucken die Zeichnungen von Torben Kuhlmann. Hier wird mit einer Leichtigkeit und Liebe zum Detail gezeichnet, mit einer ästhetischen Farbauswahl gearbeitet. Jede einzelne bebilderte Seite ist ein Kunstwerk, man versinkt förmlich darin! Wo etwas leuchten muss, leuchtet es in der Farbgestaltung aus der Zeichnung heraus. Die historischen Beiträge sind im Retrostil gezeichnet.


Abenteurer und Pioniere haben die Welt verändert: Erfinder, Forscher und Entdecker, es sind wagemutige Menschen, wie Charles Lindbergh, Neil Armstrong, Thomas Alva Edison, und Torben Kuhlmann stellt sie uns vor. Der Nord-Süd-Verlag hat das Buch mit Leseniveau ab 5 Jahre ausgewiesen. Selbst wenn man das Buch vorliest, ist diese Angabe für mich zu tief angesetzt. Die Bilder sind sehr detailliert, die Texte lang und anspruchsvoll, es gibt eine Menge technische und historische Details zu finden. Ich persönlich würde das Buch Kindern ab 8 Jahre schenken. Und ich bin mir sicher, die Altersangabe ab ... ist gut gewählt, denn Erwachsene haben an Grafik und Inhalt genauso viel Spaß wie Kinder. Torben Kuhlmanns erstes Buch der Mäuseserie, »Lindbergh«, wurde international mehrfach ausgezeichnet, war für den Jugendliteraturpreis nominiert. Auch »Armstrong« stand auf der Bestsellerliste. Die Serie wird in über 30 Sprachen übersetzt.



Torben Kuhlmann 
Edison
Kinderbuch, Tauchen, Abenteuer
Hardcover, 128 Seiten, 22.1 x 28.5 cm
NordSüd Verlag
Altersempfehlung: ab 6 Jahren



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