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Rezension - Niemand weiß, dass du hier bist von Nicoletta Giampietro

Sprecher: Markus Hoffmann, Rahel ComtesseHörbuch, ungekürzte Fassung, Spieldauer: 13 Std. und 17 Min.
Ein ziemlich guter historischer Roman: Lorenzo zieht 1942 aus Tripolis, der Hauptstadt von Libyen, der italienischen Kolonie, nach Siena zu den Großeltern. Die Mutter will versuchen, den Vater zu finden, der in einem Einsatz als Soldat in Afrika als vermisst gilt. In der neuen Schule freundet sich Lorenzo mit dem Nachbarssohn Franco Tacconi an, der wie er ein eifriger Balilla (Jugendorganisation der Faschisten) ist. Dort üben die Jungen mit dem Holzgewehr zu exerzieren, würden gern in den Krieg ziehen. Die Tante von Lorenzo, Zia Chiara, hält nichts vom Duce und seinen Faschisten. Es herrscht Krieg. Benito Mussolini erlässt ein Ermächtigungsgesetz: andere Parteien werden verboten, die Bürgerrechte und Pressefreiheit aufgehoben, eine Parteimiliz geschaffen, Gesetze gegen Juden erlassen. Dies Gesetz betrifft auch Freunde von Lorenzo, auch seinen besten Freund Daniele …

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Rezension - Hinter Glas von Julya Rabinowich

Dies ist ein grandioses Jugendbuch, Allage, das tief berührt, die Geschichte einer Befreiung, zu lernen Nein zu sagen. Aber bevor Alice sich befreien kann, muss sie in ein tiefes Loch fallen, von einem Gefängnis ins nächste wandern, bis sie den Mut hat auszubrechen. Sie wohnt im goldenen Käfig, in einer Villa mit Pool, und auf dem gleichen Gelände befindet sich die die düstere Protzvilla ihres Großvaters, eine Familienkrake. Alice ist unglücklich – und darum ist sie ständig krank. Sie hat keine Freunde – wozu auch, die würden den Eltern sowieso nicht gut genug sein. In der Schule wird sie gemobbt. Alice hat alles – doch eigentlich hat sie nichts. Eines Tages kommt ein neuer Schüler in die Klasse: Nico. Und nun verändert sich alles …

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Rezension - Lipatti von Alexander Suckel

Ein Noir-Roman der anderen Art. Kruse kommt durch den Nachlass seines Onkels einem Mord aus den 1970-ern auf die Spur. Irgendjemand will verhindern, dass er weiter recherchiert. Aber Kruse ist nicht aufzuhalten: Zürich, Neapel, mystische Zeitreisen in die Vergangenheit helfen ihm, den Fall zu klären. Sprachlich ein Genuss.

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Rezension - Versammlung der Toten von Tomás Bárbulo

Ein Pageturner, eingebunden in eine klassische Gaunerkomödie und ein Roadmovie, Noir-Roman - hochspannend würde ich diesen spanischen Thriller beschreiben - nicht hochliterarisch in der Sprache, aber passend zu den Protagonisten. Hier haben wir es mit einer tumben Gruppe von Kleinstadtkriminellen aus Madrid zu tun: El Guapo, El Chiquitín, El Chato, El Yunque, die begleitet von einem Saharaui nach Marokko aufbrechen, um in eine Bank einzusteigen. Im Kleinbus haben sie nicht nur ihr Schweißgerät usw. dabei, sondern auch ihre Chonis, ihre Tussis, täuschen einen mehrtägigen Bildungstrip vor. Ich habe beim Lesen zwischen Gelächter und Schnappatmung gewechselt. Erste Sahne!

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Rezension - Der Teufel will mehr von Wallace Stroby

Jeder Band aus der Crissa Stone-Reihe ist ein Pageturner, auch dieser neue Roman. Wallace Stroby braucht nicht viel, um seine Figuren aufzustellen, sie glaubhaft zu machen. Die Dialoge sind ausgefeilt, präzise mit leichtem Humor unterfüttert. Noir Roman in Perfektion. Dieses Mal soll lediglich ein Lkw abgepasst werden, der eine private Kunstsammlung an Bord hat, geringfügig bewacht. Wagen stoppen, umladen und weg. Ein leichtes Spiel … Crime vom Feinsten!

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Rezension - Die Gesichter von Tom Rachman

Ein Roman, der mir gut gefallen hat, weil er von allem etwas hat. Die Beziehung zwischen einem Sohn zu seinem übergroßen Vater, ein Narzisst, ein großer Künstler, der sich einen Teufel um andere Menschen schert, 17 Kinder in die Welt setzt, gebrochene Herzen zurücklässt. Gleichzeitig ist das Buch eine Satire auf die Kunstszene, Galeristen, den Kunstmarkt und Kulturpublizisten, auf sogenannte Fachleute. Obendrein wird es hier kriminell, Kunstfälschung ist auch mit an Bord.

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Rezension - Korsische Gezeiten von Vitu Falconi

Korsika-Krimi  Ein weiterer Versuch mit Bahnhofsliteratur – ein Krimi, der auch nicht annähernd einer ist … Der erste Teil der Korsika-Krimiserie hatte mich unterhalten, doch Teil zwei fiel leider durch. »Korsische Gezeiten« ist letztendlich ein Abenteuerroman, bei dem es um Schatzsuche im Meer geht, man viel über das Tauchen lernt, über das Apnoe-Tauchen, über den korsischen Lava-Schatz (den es wirklich gibt), und hier finden sich spannende Szenen. Es gibt aber Nebenstränge, die nicht in die Geschichte einlaufen oder andere, die die Story nicht vorantreiben, nur aufblähen. Leider kein Krimi, lediglich ein typischer Abenteuerroman mit einem Superhelden.

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Rezension - Die Farben des Feuers von Pierre Lemaitre

Sprecher: Torben KesslerUngekürztes Hörbuch, Spieldauer: 14 Std. und 40 Min.
Ein grandioser Roman, der Drama, Crime und Historisches vereint. Madeleine Péricourt erbt nach dem Tod ihres Vaters das Familienunternehmen, eine Bank. Ihr Onkel wird lediglich mit einer kleinen Summe abgespeist und der Prokurist, der glaubte, die Erbin würde nun seinen Hochzeitsplänen nachgeben, erhält einen Korb. Gemeinsam ersinnen die Männer einen Plan, sich Bank, Villa und Vermögen unter den Nagel zu reißen. Madeleine, betrogen, nun bankrott, sinnt nach Rache. Die Abrechnung einer Frau kann schrecklich sein … Paris in den dreißiger Jahren, gut recherchiert zeigt sich ein feines Gesellschaftsbild der Zwischenkriegszeit: Wirtschaftskrise, Machtübernahme in Deutschland, der Duce in Italien, die hohen Herrschaften Frankreichs raffen, was das Zeug hält, Steuerbetrug steht an der Tagesordnung, Journalisten lügen für Geld, das Volk rebelliert.

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Rezension - Die Inselsammlerin von Fenna Williams

Vielleicht sucht jemand von euch ein interessantes Reiseziel? Nein? Dies Buch ist trotzdem lesenswert. Reiseliteratur, wenn sie gut geschrieben ist, kann ein Genuss sein. Und wenn hier irgendjemand TUI-Format vermutet, dann liegt er völlig falsch. Fenna Williams ist reisesüchtig - individuell, mit Wanderstiefeln an den Füßen, erkundet sie Ecken auf der ganzen Welt, insbesondere Inseln, die den meisten Menschen unbekannt sind – zumindest haben sie noch nie einen Fuß dorthin gesetzt. Selbst wenn die Autorin Capri besucht, liegt sich nicht am Strand und besucht lediglich die blaue Grotte – sie erwandert die schöne Einsamkeit der Insel. Allein, einsame Wanderungen – nein, sie ist garantiert keine Einzelgängerin. Individualistisch – aber dicht bei den Menschen, meist mietet sie sich bei Einheimischen ein. Und genau das macht das Buch so reizvoll: Der enge Kontakt zu den jeweiligen Insulanern ist Fenna Williams ganz wichtig. Auf nach Robben Island, St. Helena, Magna Carta Island, Solentina…

Rezension - Öl auf Wasser von Helon Habila

Ein Umweltthriller aus Nigeria der nicht besser beschreiben kann, was geschieht, wenn man gewissenlose Unternehmen schalten und walten lässt. Port Harcourt in Nigeria wird von Ölfirmen regiert. Als die Frau eines britischen Ingenieurs aus der Führungsetage entführt wird, soll ein Journalistenteam die Frau im Gebiet der Mangrovenwälder ausfindig machen, herausfinden, ob sie noch lebt – ein gefährliche Reise beginnt. Im Nigerdelta richtet die Ölförderung eine große Umweltkatastrophe an, Menschen werden ihrer Heimat beraubt, Rebellen und Militär stehen sich gegenüber.

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