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Rezension - Niemandsland von Matthias Friedrich Muecke

DDR, Ostberliner Alltag in den 60-Ern und 70-Ern autobiografisch erzählt Matthias Friedrich Muecke, hinterlegt mit eigenen Grafiken. Die Geschichte zweier Heranwachsender, zweier Blutsbrüder, die eine Menge Flausen im Kopf haben. Es war eine Kinderwagenbekanntschaft, die sie früh zusammenbrachte, eine Freundschaft, die bis zum bitteren Ende halten wird. Was beginnt wie Lausbubengeschichten, wächst heran zu Geschichten von vorlauten Jugendlichen, die später hinterfragen, sich nicht ins System pressen lassen wollen. Der Autor hat sein Buch mit gekonnten Federzeichnungen in Comicmachart illustriert, jeweils passend zu seiner Satire, sehr detailreich.

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Rezension - Wer ist Edward Moon? von Sarah Crossan

Dead man walking für Jugendliche. Joe war sieben Jahre alt, als sein Bruder, damals achtzehn, zum Tode verurteilt wurde. Seit zehn Jahren sitzt Ed in der Todeszelle, das Datum seiner Hinrichtung steht nun fest. Joe will seinem Bruder in den letzten Tagen beistehen, macht sich auf den Weg nach Texas. Ein Drama, das letztendlich das amerikanische Rechtssystem anklagt, bei dem immer nur der gewinnen kann, der Geld besitzt. Was ist Gerechtigkeit, wer entscheidet über Leben und Tod? Wie einfach kann man es sich machen, einen Menschen zu beurteilen, verurteilen, ihn zum Tode zu verurteilen? 10 Jahre Hoffen und Bangen in der Todeszelle. Aber hier geht es um Joe, den Bruder, was dieses Urteil aus ihm macht. Ich empfehle das Buch als Schullektüre ab 14 Jahre, zunächst als Thema aber auch als Textexperiment, denn der Text hat eine besondere Gestaltung, die mir persönlich gut gefällt.

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Rezension - Grenzgänger von Mechtild Borrmann

Sprecher: Vera TeltzUngekürztes Hörbuch, Spieldauer: 6 Std. und 59 Min. Ein Noir-Gerichtskrimi, der sich mit einem grausigen Kapitel der deutschen Nachkriegszeit beschäftigt. Henriette Bernhard, geborene Schöning ist im April 1970 angeklagt, das Haus ihrer Eltern angesteckt zu haben, wobei sie den Tod ihres Vaters in Kauf nahm. Die Angeklagte schweigt. Aber es gibt Menschen, die ihre Unschuld beweisen wollen, für sie sprechen – und dazu muss man bis in ihre Kindheit zurückgehen, zum Ende des 2. Weltkriegs. Kaffeeschmuggel, Fürsorge, kirchliche Heime, dieser Roman zeigt brutal die gesellschaftliche deutsche Wirklichkeit in der Nachkriegszeit. Für die jüngere Generation ein Verständnis dafür, wie die APO (die sogenannten wilden 68-er) entstehen konnte, auch die Bader-Meinhof-Gruppe. Der Roman ist spannend, wirklichkeitsnah, historisch interessant. Eine Mischung aus Gerichtskrimi und Historischem, ein Noir-Krimi – absolute Empfehlung!

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Rezension - Die Nachkommende von Ivna Žic

Der Roman ist eine sprachliche Perle. Wer in die Reise mit Zug und Bus von Paris nach Zagreb, nach Zürich und zurück einsteigt, wird nicht aussteigen, sitzenbleiben, bis das letzte Kapitel beendet ist. Aus dem Fenster geblickt huschen Landschaften vorbei, Gedanken ziehen gehetzt von hier zurück und wieder nach vorn, die Ahnen reisen mit und Fantasiegebilde. Die Sprache von Ivna Žic ist prägnant, verdichtet, Textvignetten, Parataxe. Gehetzt, schnell wie der Zug, dann ruhig, entspannt oder lückenhaft. Wenn man einmal zu lesen angefangen hat, kann man sich diesem Text nicht entziehen.

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Rezension - Der Attentäter von Ulf Schiewe

1914, auf Franz Ferdinand, Thronfolger Österreich-Ungarns wird ein Attentat verübt, das er und seine Frau überleben. Niemand rechnet mit einem weiteren Anschlag, und das Paar fährt weiter mit dem offenen Auto durch die Menge. Der 19-jährige Schüler Gavrilo Princip, der der Untergrundorganisation «Mlada Bosna» angehört, erschießt den Erzherzog und seine Frau mit zwei Pistolenschüssen. Das Ereignis löst infolge den 1. Weltkrieg aus. Der Roman ist fein historisch recherchiert und fast minutiös an die Ereignisse geknüpft, beschreibt die Tage davor. Ein reifer Ulf Schiewe in Stil und Sprache, bisher mit Abstand sein bester Roman!

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Rezension - Marzahn, mon amour von Katja Oskamp

Wenn man vom Schreiben nicht mehr leben kann, muss man sich eine andere Arbeit suchen. Katja Oskamp wird Fußpflegerin und berichtet in Kurzgeschichten von ihrer Arbeit, von ihren Klienten. Empathisch, mit viel Humor zeichnet sie Lebensläufe aus dem Berliner Stadtteil Marzahn auf.

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Rezension - Dort dort von Tommy Orange

Sprecher: Christian BrücknerUngekürztes Hörbuch, Spieldauer: 9 Std. und 10 Min.
«Dort dort» ist ein wichtiger Roman, der die Geschichte der Native American Indians von heute erzählt, realistisch, ein wenig wütend, berührend. Ein spannendes Drama, das die Geschichte von 12 Personen erzählt, die sich auf ein Powwow vorbereiten, jeder mit einer anderen Intension. Am Ende werden sich dort ihre Wege kreuzen. Tommy Orange lässt in seinem Roman die Stimmen der American Natives zu Wort kommen: authentisch und frei von Lagerfeuerromantik. Rassismus, die Suche nach Identität, Ausweglosigkeit, Armut, Kriminalität, Alkoholismus, Drogen, Vergewaltigung, junge Frauen, die sich selbst das Leben nehmen. Hier wird nichts beschönigt – es ist aber im Gegenzug keine Anklage. Absolute Empfehlung!

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Rezension - Serra de Tramuntana: blutrot von Stina Jensen

Levke Sönkamp hat ein Trauma zu bewältigen, begibt sich auf einen Workshop in die Berge von Mallorca. Doch die heruntergekommene Finca gleicht nicht den Werbefotos der Website ihres Psychotherapeuten. Der musste nämlich umdisponieren, da sein Freund, der ihm sein Haus für Seminare zur Verfügung stellt, Suizid begonnen hat. Das liegt nur ein paar Meter weiter. Die Polizei ermittelt noch, hat den Verdacht, dass es sich um einen Mord handeln könnte, denn der Tote war in einen Bau- und Korruptionsskandal verwickelt. Und gleich am zweiten Tag ist eine Seminarteilnehmerin plötzlich verschwunden.

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Rezension - Alleingang von Stefan Moster

Als Kinder sind sie Freunde: Freddy und Tom. Sie wohnen in derselben Straße: auf der einen Seite die Villa, gegenüber die Mietskaserne. Sie besuchen dieselbe Klasse der Grundschule, nachmittags spielen sie Baader-Meinhof-Bande. Toms Eltern sind betucht. Freddys Vater ist abgehauen, später auch die Mutter. So zieht die überforderte, gnatzige Oma das Geschwisterrudel auf, Freddy ist der Jüngste der 13 Geschwister. Tom geht aufs Gymnasium, Anfang der Achtziger beginnt er sein Jurastudium, wohnt in einer Studenten-WG. Freddy schafft den Hauptschulabschluss und wird Kfz-Mechaniker. Die Geschichte einer ungleichen Freundschaft, in der Freddy alles gibt – zu viel.

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Rezension - Bitte nicht öffnen 4: Feurig! Von von Charlotte Habersack, Fréderic Bertrand

Kinderbuchserie: Bitte nicht öffnen! Wer Band 1-3 gelesen hat, der weiß bereits, dass jemand Kindern ein Stofftier klaut, es an Nemo als Päckchen verschickt, ein verzaubertes Stofftier. Der einzige Mensch, der es zurückverzaubern kann, ist der Besitzer des Plüschtiers. Nemo hat nun einen Plan: Er will dem Päckchen-Verschicker eine Falle stellen! Ein guter Plan – eigentlich – er ködert ihn mit dem Drachen der kleinen Marie. Der Besitzer ist klar, also öffnet Nemo das Päckchen – doch dann passiert die Katastrophe …

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